Beraten und verkauft - trotz Ombudsmann

Wieder einmal zeigen Recherchen der Verbraucherzentrale und des ZDF, dass Banken nicht beraten, sondern verkaufen - auf Kosten der Anleger.

Eine Deutsche-Bank-Kundin wollte 40.000 Euro kurzfristig anlegen, um kurz später ein Hausdarlehen bei derselben Bank zu tilgen. Ihr wurde Zertifikat empfohlen ohne Risikaufklärung, über 3/4 des Geldes weg. Ombudsmann stellt sich auf die Seite der Bank. Die Deutsche Bank zahlt nicht!

Das ZDF schickte Testkunden los und die Verbraucherzentrale wertete die Gespräche bei Sparkasse, Postbank, Targobank, Vereinsbank u. a. aus.

Fazit: Banken verkaufen provisionsgetrieben, aber beraten kaum kundengerecht. Die Postbank, eine Tochter der deutschen Bank, hat "Finanzberatungen" gründen lassen, ein selbständiges Unternehmen für den Vertrieb. Ein ehemaliger Autoverkäufer schildert, wie er in zwei Wochen zum Finanzberater geschult wurde und dann verkaufen musste.

Angeblich werden 1 % der Bankanlagen durch falsche Bankberatung in Deutschland vernichtet, somit geschätzte 30-40 Mrd. Euro, nicht nur die A-&-D-Kunden ("alt und doof"). Doch Banken werden selten zur Verantwortung gezogen, so der befragte Jurist.

Vor Fondsrenten wird aufgrund hoher interner Kosten gewarnt. Ebenso vor telefonischer Beratung.
 
[Ute Waffenschmidt: "Geld weg durch falsche Beratung" sowie "Beraten und verkauft - wie Banken ihre Kunden schröpfen", im ZDF, 30.01.2013]