Ist wirklich immer die Bank schuld?

ARD-Reportage zu einseitig

Die Reportage "Abkassiert und weiter so" (01.07.2013, ARD) zeigt Fälle von Anlegern auf, die durch die Postbank für eine Altersvorsorge bei Privatpersonen oder für eine kleine Stiftung geschlossene Fonds empfahl. Wären die Ergebnisse gut, würde sich keiner aufregen.

Da die Wirtschaft aber geschlossene Fondsanleger für Ihr Risiko in der Wirtschaftskrise bestraft, wird der Schwarze Peter der Bank allein zugeschoben. Aber der Kunde hätte ja nicht kaufen müssen. Wenn er Gelder in Höhe von 50.000 Euro und mehr in ihm unbekannte Anlagen steckt, hätte er auch stutzig werden können. Das ist keine Falschberatung von vornherein. Im nachhinein kann man sagen, die Einschätzung der Entwicklung war falsch - aber das gilt auch für jede Aktienberatung. Die Reporter wollen absolute Sicherheit und verstehen nicht, dass unsere Markt-Wirtschaft auf Risiken aufbaut.

Anders verhält es sich ein einem Fall der Commerzbank, die einer 78-Jährigen geschlossene Fonds verkaufte, die sie aufgrund der langfristigen Ausrichtung eher nicht gebrauchen konnte und die sie nicht verstand. Der Anwalt der Anlegerin verhalf ihr zur Rückabwicklung. Das Gericht befand, dass die Bedürfnisse der Klägerin übergangen wurden. [HamburgerAbendblatt: Sieg gegen die Bank kam zu spät, 20.02.2013, S. 13]