Lehman: Falschberatung - ja oder nein?

Das OLG Hamburg hat die gegen die Hamburger Sparkasse (Haspa) gerichtete Klagen abgelehnt (Az. 13 U 117/09, 13 U 118/09). Eine Pflichtverletzung bei der Beratung für den Kauf von Lehman-Brothers-Zertifikate bestünde nicht, nur weil die Gewinnspanne nicht genannt wurde. Es fehle an dem Dreiecksverhältnis, bei dem der Emittent der Bank Provisionen zahlt, wenn diese seine Produkte an Kunden verkauft. Die Haspa hätte in diesem Falle selbst die Papiere gekauft, dann weiterverkauft und naturgemäß dafür eine Gebühr eingerechnet, die sie nicht angeben müsste, denn "Die Bekanntgabe von Gewinnmargen würde dazu führen, dass die Ertrags- und Kostenstrukturen der Bank auf den offenen Markt gelangen".

Die Anleger seien über die Risiken aufgeklärt worden und hätten auf eine fehlende Einlagensicherung nicht extra hingewiesen werden müssen. Zum Erwerbszeitpunkt waren die Papiere von Lehman eine weitgehend sichere Geldanlage gewesen.

Der Richter hatte wenig Verständnis für die Kunden, da ein Kunde bereits ungarische Forint-Anleihen gekauft hätte und eine andere Kauffrau war. "Wenn Sie sagen, Sie hätten das Produkt nicht verstanden, dann frage ich  mich, warum Sie es gekauft haben."

[Daten aus Hamburger Abendblatt: Etappensieg für die Haspa, 24./25.04.2010, S. 23]