Ratings von TÜV, G.U.B. & Co. leiten fehl

17
02
2010

"Vertrauenswürdige Geldanlagen" will der TÜV als Siegel vergeben und den Anlegern helfen. Ein Finanzmathematiker, Autor mehrerer Fachbücher und ehemals freier Mitarbeiter von FINANZtest analysierte die Zertifizierung von Finanzanlagen durch den TÜV.* Von 9 Gutachten gab es 3 Male "gut", 4 Male "sehr gut" und 2 Mal "ausgezeichnet", eher ungewöhnlich bei den Produkten, deren Anbietern eher nicht unbedingt zur ersten Garde zählen. Die Benotungen fallen seiner Meinung nach zu milde aus. Bei Kosten von mehr als 20 % gab es noch die Note "gut", bei offensichtlichen Managerversagen für die Qualifikation ein "sehr gut". Die Benotungsskala an sich ist in der Tat äußerst milde: Bei 50 % erreichter Punkte wird noch die Note "gut" gegeben, obwohl jeder Schüler weiß, dass er dann mit einer 4- (Schwach ausreichend) rechnen müsste. Ungereimtheiten sah auch Börse Online am 10.07.2008 sowie PlusMinus am 11.09.2009.

[*Werner Siepe: TÜV-geprüfte Fondsplausibilität/Gutachten, AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e. V., Okt. 2009]

Stiftung Warentest war von den Ratings über geschlossene Fonds ernüchtert. Rückblickend wurde viel zu optimistisch geurteilt und empfohlene Fonds mutierten zu Pleitefonds, allein G.U.B. gab 2-3 Sterne (von 3) für fünf heute insolvente Fonds. "Blind-Pools", also Fonds ohne vorher bekannte Investitionsobjekte bekamen gute Noten, obwohl eine Einschätzung kaum möglich ist, so Finanztest (das sehe ich etwas anders, je nach Erfahrungen mit Vorgängerfonds, die den EInkauf nachgewiesen haben).

Als einen Grund nennt das Heft die Auftraggeber: es sind die Fondshäuser selbst, die zwischen 4.000 und 50.000 Euro pro Analyse bezahlen. [So zerplatzen Träume, in: Finanztest 12/2009, S. 34-36]

Wohl kaum für schlechte. Es ist in der Branche kein Geheimnis, dass gute Noten "gekauft" werden können.

Stiftung Warentest enttäuscht von Bankberatung

19
12
2009

147 Beratungsgespräche bei 21 Banken und Sparkassen in jeweils sieben Filialen nahmen Mitarbeiter der Stiftung Warentest in Anspruch. Die Vorgabe war eine Anlagesumme von 30.000 Euro für 5 Jahre sicher anzulegen mit 4 % Zinsen. Das unbefriedigende Ergebnis:

  • Elementarste Fragen nach dem finanziellen Status der Kunden wurden nicht gefragt und eine umfassende Aufklärung über die Produkte und Risiken fand nicht statt, obwohl beides vom Wertpapierhandelsgesetz vorgeschrieben ist.
  • Obwohl 4 % derzeit ein hoher Zinssatz ist, der nur mit Risiken zu erhalten wäre (Sparbriefe, Staatspapiere bringen maximal 3 %), klärte kaum eine Bank über diesen Konflikt auf.
  • Nur eine Bank (Kreissparkasse Köln) empfahl allein risikolose Anlagen, die durch die Einlagensicherung abgedeckt sind.
  • Andere Banken empfahlen Gold (stark schwankender Kurs), Rentenversicherungen (viel zu lange Laufzeit) oder Bausparverträge (zu lange Laufzeit)
  • Berater in Filialen derselben Bank empfahlen höchst unterschiedliche Produkte

Fazit von Herrn H.-J. Tenhagen, dem Chefredakteur von Finanztest: "Die Beratung ist nach wie vor so schlecht wie ihr Ruf. Die Banken haben sich blamiert." Die Noten: 3 x "befriedigend", 16 x "ausreichend", 2 x "mangelhaft"-

[Quelle: "Banken haben sich bei Beratung blamiert", in: Hamburger Abendblatt, 16.02.2009, S. 21]

Datenmissbrauch/Freiberufler bei Postbank u. Deutsche Bank

22
11
2009

Bei der Postbank wie bei der Deutschen Bank arbeiten selbständige Finanzberater, also Handelsvertreter, die nicht angestellt sind, sondern für mehrere Anbieter tätig sind (rund 1500 bzw. 4000). Sie haben/hatten Zugang auf die Kundendaten, selbst wenn die Kunden der Bank nicht in deren Vertriebsregion wohnen. Laut Auskunft von datenschutz-Beauftragten sind die Daten geschützt.

[Quellen: Der Fall der Postbank, in: finanztest 12/2009; Wie Finanzberater an sensible Kunden kommen, in: Monitor/ARD, 05.11.2009, 21:45 Uhr]

Vorsicht Postbank

22
11
2009

So lautet der Artikel in Finanztest 11/2009, S. 26 ff. Die Postbank setzt Berater unter Verkaufsdruck, so dass Finanztest mehrere Fälle vorliegen, in denen Bausparer (die BHW Bausparkasse gehört der Postbank) über 100 Jahre werden müssten, um die Zuteilung ihrer Verträge zu erleben. Insider berichten von mangelnder Ausbildung. Finanztest liegen Verträge vor, in denen Postbank-Mitarbeiter die Unterschrift ihrer Kunden fälschten. Der Verantwortliche arbeitet weiter bei der Postbank, obwohl sie davon weiß.

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