Fehler und Patzer der Banken

15
10
2010

Banken machen teilweise haarsträubende Fehler, obwohl sie doch ziemlich penibel bei Gelddingen sind.

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Reiche sind nicht die besseren Anleger

18
08
2010

Reiche sollten aufgrund ihres Vermögens eigentlich mehr mit Geld beschäftigt sein und entsprechend professionell anlegen. Daran darf allerdings gezeweifelt werden.

Die Schweizer Privatbank LGT befragte 332 Privatkunden mit Vermögen über 500.000 Euro. Fast zwei Drittel gaben an, ein gutes bis sehr gutes Wissen über Anlagethemen zu haben. Ihre Portfolios allerdings bestehen im Schnitt zu 29 %% aus schlecht verzinstem Kontoguthaben, risikoreichen 32 % Aktien (trotz ausgesprochen risikoarmer Grundeinstellung der Befragten) und knapp zwei Drittel der Anlagen werden im Heimatland getätigt, was ein Klumpenrisiko darstellt.Laut Bank eine mangelhafte "Asset Allocation".

[Quelle: Vermögende Anleger leiden an Selbstüberschätzung. in: Das Investment 08/10, S. 54]

Noch reichere Kunden vertrauen Ihr Geld geheimnisvollen "Family Offices" an. Aber wie legen diese an?

Nach einer Befragung von Familienvermögensverwaltern dominiert die Aktienanlage, gefolgt von Anleihen und Investmentfonds. Eine Beimischung sind Private-Equity-Fonds und Zertifikate. Allesamt klassische Anlagen ohne große Überraschung.

[Studie: So ticken Family Offices, in: Das Investment 08/10, S. 55]

Lehman: Falschberatung - ja oder nein?

30
05
2010

Das OLG Hamburg hat die gegen die Hamburger Sparkasse (Haspa) gerichtete Klagen abgelehnt (Az. 13 U 117/09, 13 U 118/09). Eine Pflichtverletzung bei der Beratung für den Kauf von Lehman-Brothers-Zertifikate bestünde nicht, nur weil die Gewinnspanne nicht genannt wurde. Es fehle an dem Dreiecksverhältnis, bei dem der Emittent der Bank Provisionen zahlt, wenn diese seine Produkte an Kunden verkauft. Die Haspa hätte in diesem Falle selbst die Papiere gekauft, dann weiterverkauft und naturgemäß dafür eine Gebühr eingerechnet, die sie nicht angeben müsste, denn "Die Bekanntgabe von Gewinnmargen würde dazu führen, dass die Ertrags- und Kostenstrukturen der Bank auf den offenen Markt gelangen".

Die Anleger seien über die Risiken aufgeklärt worden und hätten auf eine fehlende Einlagensicherung nicht extra hingewiesen werden müssen. Zum Erwerbszeitpunkt waren die Papiere von Lehman eine weitgehend sichere Geldanlage gewesen.

Der Richter hatte wenig Verständnis für die Kunden, da ein Kunde bereits ungarische Forint-Anleihen gekauft hätte und eine andere Kauffrau war. "Wenn Sie sagen, Sie hätten das Produkt nicht verstanden, dann frage ich  mich, warum Sie es gekauft haben."

[Daten aus Hamburger Abendblatt: Etappensieg für die Haspa, 24./25.04.2010, S. 23]

Ratings von TÜV, G.U.B. & Co. leiten fehl

17
02
2010

"Vertrauenswürdige Geldanlagen" will der TÜV als Siegel vergeben und den Anlegern helfen. Ein Finanzmathematiker, Autor mehrerer Fachbücher und ehemals freier Mitarbeiter von FINANZtest analysierte die Zertifizierung von Finanzanlagen durch den TÜV.* Von 9 Gutachten gab es 3 Male "gut", 4 Male "sehr gut" und 2 Mal "ausgezeichnet", eher ungewöhnlich bei den Produkten, deren Anbietern eher nicht unbedingt zur ersten Garde zählen. Die Benotungen fallen seiner Meinung nach zu milde aus. Bei Kosten von mehr als 20 % gab es noch die Note "gut", bei offensichtlichen Managerversagen für die Qualifikation ein "sehr gut". Die Benotungsskala an sich ist in der Tat äußerst milde: Bei 50 % erreichter Punkte wird noch die Note "gut" gegeben, obwohl jeder Schüler weiß, dass er dann mit einer 4- (Schwach ausreichend) rechnen müsste. Ungereimtheiten sah auch Börse Online am 10.07.2008 sowie PlusMinus am 11.09.2009.

[*Werner Siepe: TÜV-geprüfte Fondsplausibilität/Gutachten, AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e. V., Okt. 2009]

Stiftung Warentest war von den Ratings über geschlossene Fonds ernüchtert. Rückblickend wurde viel zu optimistisch geurteilt und empfohlene Fonds mutierten zu Pleitefonds, allein G.U.B. gab 2-3 Sterne (von 3) für fünf heute insolvente Fonds. "Blind-Pools", also Fonds ohne vorher bekannte Investitionsobjekte bekamen gute Noten, obwohl eine Einschätzung kaum möglich ist, so Finanztest (das sehe ich etwas anders, je nach Erfahrungen mit Vorgängerfonds, die den EInkauf nachgewiesen haben).

Als einen Grund nennt das Heft die Auftraggeber: es sind die Fondshäuser selbst, die zwischen 4.000 und 50.000 Euro pro Analyse bezahlen. [So zerplatzen Träume, in: Finanztest 12/2009, S. 34-36]

Wohl kaum für schlechte. Es ist in der Branche kein Geheimnis, dass gute Noten "gekauft" werden können.