Stiftung Warentest enttäuscht von Bankberatung

19
12
2009

147 Beratungsgespräche bei 21 Banken und Sparkassen in jeweils sieben Filialen nahmen Mitarbeiter der Stiftung Warentest in Anspruch. Die Vorgabe war eine Anlagesumme von 30.000 Euro für 5 Jahre sicher anzulegen mit 4 % Zinsen. Das unbefriedigende Ergebnis:

  • Elementarste Fragen nach dem finanziellen Status der Kunden wurden nicht gefragt und eine umfassende Aufklärung über die Produkte und Risiken fand nicht statt, obwohl beides vom Wertpapierhandelsgesetz vorgeschrieben ist.
  • Obwohl 4 % derzeit ein hoher Zinssatz ist, der nur mit Risiken zu erhalten wäre (Sparbriefe, Staatspapiere bringen maximal 3 %), klärte kaum eine Bank über diesen Konflikt auf.
  • Nur eine Bank (Kreissparkasse Köln) empfahl allein risikolose Anlagen, die durch die Einlagensicherung abgedeckt sind.
  • Andere Banken empfahlen Gold (stark schwankender Kurs), Rentenversicherungen (viel zu lange Laufzeit) oder Bausparverträge (zu lange Laufzeit)
  • Berater in Filialen derselben Bank empfahlen höchst unterschiedliche Produkte

Fazit von Herrn H.-J. Tenhagen, dem Chefredakteur von Finanztest: "Die Beratung ist nach wie vor so schlecht wie ihr Ruf. Die Banken haben sich blamiert." Die Noten: 3 x "befriedigend", 16 x "ausreichend", 2 x "mangelhaft"-

[Quelle: "Banken haben sich bei Beratung blamiert", in: Hamburger Abendblatt, 16.02.2009, S. 21]

Datenmissbrauch/Freiberufler bei Postbank u. Deutsche Bank

22
11
2009

Bei der Postbank wie bei der Deutschen Bank arbeiten selbständige Finanzberater, also Handelsvertreter, die nicht angestellt sind, sondern für mehrere Anbieter tätig sind (rund 1500 bzw. 4000). Sie haben/hatten Zugang auf die Kundendaten, selbst wenn die Kunden der Bank nicht in deren Vertriebsregion wohnen. Laut Auskunft von datenschutz-Beauftragten sind die Daten geschützt.

[Quellen: Der Fall der Postbank, in: finanztest 12/2009; Wie Finanzberater an sensible Kunden kommen, in: Monitor/ARD, 05.11.2009, 21:45 Uhr]

Vorsicht Postbank

22
11
2009

So lautet der Artikel in Finanztest 11/2009, S. 26 ff. Die Postbank setzt Berater unter Verkaufsdruck, so dass Finanztest mehrere Fälle vorliegen, in denen Bausparer (die BHW Bausparkasse gehört der Postbank) über 100 Jahre werden müssten, um die Zuteilung ihrer Verträge zu erleben. Insider berichten von mangelnder Ausbildung. Finanztest liegen Verträge vor, in denen Postbank-Mitarbeiter die Unterschrift ihrer Kunden fälschten. Der Verantwortliche arbeitet weiter bei der Postbank, obwohl sie davon weiß.

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Eigenes Sparen schlägt Riesterrente und Rentenversicherung

17
11
2009

Die Wirtschaftswoche beauftragte das Münchener VZ Vermögenszentrum zu einer Analyse. Das Ergebnis war, dass Sparen in Eigenregie günstiger ist als Riester-Fondssparen und private Rentenversicherungen, trotz steuerlicher Begünstigungen und Zuschüssen bei letzteren. Eine Einschränkung: Älter als 95 dürfte man nicht werden. [Wirtschaftswoche Nr. 45, 02.11.2009, S. 140]

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Provisionen bei Bank- und Versicherungsprodukten

11
11
2009

Teuer sind nicht nur geschlossene Fonds, deren Vermittlung meist 6 bis 12 % Provision erbringt, selten auch mehr (17 % für einen Schiffsfonds 2009) oder weniger (4 % für einen Spezialfonds).

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Ratings/Fonds-Benotung in der Kritik

04
10
2009

Der TÜV-Nord bewertete mehrere geschlossene Fonds mit guten Noten. Allerdings suggeriert dies eine Autorität, die zwar im technischen Bereich gegeben ist, aber auch in Finanzdingen? Nein, denn der TÜv bedient sich einem kleinren externen Unternehmen, das die Einschätzungen vornimmt. Bei 50 % Zielerreichungsgrad wird eine Note "gut" vergeben, ein viel zu mildes Urteil, so dass generell (so kritisiert vom Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e. V. in einem Gutachten) ein "Mildefehler" gegeben ist, die Noten geschönt sind. Auch Finanztest und Plusminus kritisierten die Benotungen. Dies zeigt das Dilemma, objektiv die so unterschiedlichen Fonds anlegergerecht zu bewerten. Verlassen kann man sich auf eine Meinung nicht.

Gehen Frauen mit Geld anders um?

07
09
2009

Eine Befragung von 3500 amerikanischen Angestellten, die sich für Geldseminare anmelden wollten, ergab:

AussageMänner Frauen
Ich trage meine Kreditkarten-Schulden regelmäßig voll ab. 61 % 36 %
Ich zahle meine Rechnungen jeden Monat pünktlich. 90 % 74 %

Ich habe eine Notfallreserve für mehrere Monate
bei Arbeitslosigkeit.

 53 % 34 %

[Financial Finesse, Research to Online Financial Planning Questionnaire, 01.01. bis 30.04.2009]

BG-Fonds leiden unter Betrüger Madoff

26
08
2009

Anleger, die dem "Fondsmanager des Jahres 2002", Bernd Greisinger, ihr Geld in Dachfonds anvertrauten, erlebten ein Fiasko: Fünf Dachfonds investierten zwischen 38,1 und 49,5 % [Quelle: Das Investment 09/09, S. 34] in Fonds des Betrügers Bernard Madoff, die praktisch nichts mehr wert sind. Von angemessener Streuung kann wohl keine Rede sein.

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AWD

28
07
2009

Ein AWD-Berater empfahl Immofinanz-Aktien als "todsicher" einem Angestellten, der Geld risikolos in Form eines kurzfristigen Sparprodukts veranlagen wollte. Der Kläger strebte eine kurzfristige Veranlagung von 4 - 8 Jahren an. Der Berater von AWD habe ihm „nur Aktien der Immofinanz“ empfohlen und über „keinerlei Risiken“ informiert. In der Folge haben die Aktien von Immofinanz massiv an Wert verloren. Das Handelsgericht Wien sprach Schadenersatz zu. (BGHS Wien 9.11.2008, 8 C 418/08s, Quelle: RA Öhlböck, raoe.at 28.11.2008)

Auch ein Fachmann weiß nichts von der Zukunft

25
07
2009

Josef Ackermann, Vorstand der Deutsche Bank AG, sagte im Mai 2008: "Ich meine, dass wir am Beginn des Endes der Krise sind." Im November, sechs Monate später: "Ich glaube, wir werden noch zwei, drei Jahre unter dieser Krise leiden."

[Trendbüro: Reale Werte-echte Gewinne, 2009, S. 16]

Aufklärungspflicht Einlagensicherung

15
07
2009

Wünscht ein Anleger eine "sichere" Anlage, muss eine Bank aufklären, wenn eine Anlage, sogar ihre eigene, nicht durch eine Einlagensicherung über die gesetzliche Höhe hinaus abgesichert ist (BGH Az. 152/08 und XI ZR 153/08). Die BFI-Bank versäumte dies und wurde insolvent. Nun haben die Anleger Schadenersatzansprüche wegen Falschberatung (eine Geldanlage bei Banken führt implizit zu Beratungsverträgen). Das erinnert ein bißchen an ein Urteil in den USA, dass Anbeiter von Mikrowellengeräten warnen müssen, dass Katzen nicht darin getrocknet werden können. Ein Kaffeetrinker erstritt ein Urteil, dass ein Coffeeshop darüber aufklären müsse, das Kaffee heiß sei und man sich die Finger verbrennen könne.

Anderersseits zeigt es deutlich, wie schlecht die Bundesbürger über Gelddinge Bescheid wissen.

Zu lange Laufzeiten geschlossener Fonds?

10
07
2009

Immer wieder kritisieren Presse und Verbaucherschützer die lange Laufzeit von Geldanlagen und geschlossenen Fonds, insbesondere bei älteren Anlegern. Dabei sind nur rund 10 % der Anleger unter 40 Jahre (Analyse des Verbandes VGF für 2008).

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Willkommen zum Weblogbuch "Geschlossene Fonds"

Es gibt noch viel zu schreiben

06
07
2009

Nachdem ich über mehrere Jahre recherchiert habe und die Menge den Setzer zur Verzweiflung brachte, ist dennoch noch so manches vorhanden, dass zur Geldanlage in geschlossene Fonds vermittelt werden sollte - und Neues wird hinzukommen, denn es ändert sich dauernd etwas.

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